Hildener Allgemeine Turnerschaft von 1864 e. V.

Hildener Allgemeine Turnerschaft von 1864 e. V.

Landeslehrgang Ju-Jutsu am 28.04.2018 bei der Hildener AT
Thematik: Realistische Selbstverteidigung

Eine hohe Teilnehmeranzahl von 60 aktiven Ju-Jutsuka hatte sich im Hildener Dojo zur siebten Abhandlung der o. g. Thematik bei angenehmen Temperaturen in überwiegend ziviler Kleidung und Sportschuhen ohne die üblichen „weichen“ Matten zusammengefunden. Der Grund war nicht nur das Thema, sondern auch der ausführende Referent, einer der anerkanntesten Großmeister im Verband, Wolfgang Kroel (8 Dan Ju-Jutsu). In drei absolvierten Stunden wurden viele der Teilnehmer von Wolfgang und seinem Uke Jochen Heinbach zum Nachdenken angeregt und durch permanente aktive Selbstverteidigungs-Techniken kurzweilig und motivierend von beiden durch den Nachmittag geführt.

Nach einer kurzen Aufwärmphase aus dem 5 Kyu, gegenseitige passive Abwehrtechniken, wurde zu Beginn eine klassische Situation von Wolfgang und Jochen vorgestellt, in welcher eine aggressive Person auf jemanden zukommt, verbal provoziert und handgreiflich wird. Als besonders wichtig stellte Wolfgang heraus, in solchen Situationen nicht einfach auf der Stelle stehen zu bleiben, da dies zum einen die eigene Muskulatur vor Angst „lahm“ legen kann und es zum anderen für den Gegner sehr einfach ist, hier direkt psychisch und körperlich die Oberhand zu gewinnen.
Entscheidend ist eine selbstbewusste Mimik, Gestik sowie Sprache gegenüber dem Angreifer. Diese Situation wurde wechselseitig mit dem Partner geübt und ausprobiert. Interessant waren hierbei sicherlich die verschiedenen Erfahrungen bei mehrfach wechselnden Partnern, da jeder eine etwas andere Form der Ansprache und des Angriffs pflegt.

Im weiteren Verlauf wurden von Wolfgang verschiedene klassische Angriffe wie der gerade Fauststoß mit „schnellem Parieren“ ohne ausschweifende Ausweichbewegungen sowie die unkomplizierte passende Technik passend zur Situation aus unserem vorhandenen kleineren oder bereits je nach Schüler oder Meistergrad großen Ju-Jutsu-Repertoire umgesetzt. Unsere durchgeführten Selbstverteidigungs-Techniken waren zwar einfach, jedoch lag das Augenmerk auf der Kombination aus Dynamik, Schnelligkeit und Präzision innerhalb der Bewegung. Unser Referent Wolfgang ließ die Möglichkeit offen, während der Abwehrkombinationen auch die Flucht zu wählen. Techniken wie Körperabbiegen, Handinnenkantenschlag zum Genitalbereich, Nasendruck, Knieschlag zu den Rippen/Bauch sowie freies Würgen mit dem Unterarm vor der Schulter oder Lowkick von hinten zum Knie/Oberschenkel wurden von den Teilnehmern als Folgetechniken bei der mittlerweile selbstansteigenden Betriebstemperatur fleißig umgesetzt. Die Priorität der Abwehr bestand speziell in der ersten Aktion der Abwehr, z. B. das Handfegen kombiniert mit gleichzeitigem Handinnenkantenschlag.

In unserem letzten Lehrgangsdrittel wurde ein Faustrückenschlag mit der rechten und auch mit der linken Hand aktiv gestoppt um in Anschluss eine passende, wie bereits oben genannte Folgetechnik, durchzuführen. Zum Schluss des doch wieder körperlich spürbaren Lehrganges sank am späten Nachmittag langsam die Konzentration und die körperlichen „Akkus“ wollten aufgefüllt werden.

Unterstützt wurde Wolfgang Kroel des Weiteren von Michael Schmidt (3 Dan Ju-Jutsu, Referent Polizei) und unserem ausrichtenden Abteilungsleiter der Hildener AT Jonny Dekorsi (4 Dan Ju-Jutsu), welcher überall im Dojo mit aktiver Unterstützung präsent war.
Vielen Dank für diesen wieder einmal gelungenen Lehrgang.

Frank Schwalbe, 3 Kyu